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«Die Besten sollten Lehrer werden» |
| Podiumsdiskussion mit Ministerin Annette Schavan über die Arbeitsplätze von morgen |
| «Die Besten sollten Lehrer werden» |
«Neue Chancen nach der Krise – Wirtschaft und Wissenschaft im Dialog über die Arbeitsplätze von morgen» lautete das Thema einer Podiumsdiskussion mit Bundesbildungsministerin Annette Schavan in Nürnberg. Anlass war der dreitägige Halt des Sonderzuges «Expedition Zukunft».
«Und was ist mit den Geisteswissenschaften? Spielen die in der Zukunft überhaupt keine Rolle mehr?», fragt der junge Mann vom Helene-Lange-Gymnasium Fürth, der im Publikum sitzt. Die Prominenz auf dem Podium zuckt ein wenig zusammen, die Frage passt so gar nicht ins Konzept.
Schließlich ist das eine Siemens-Veranstaltung – und da geht es um Technik. Allenfalls Banker lässt Siemens-Vorstand Siegfried Russwurm noch gelten – auch wenn sie «einer völlig anderen Kultur angehören».
Doch die Frage steht im Raum, besser gesagt: im Zelt, das extra für diese Debatte aufgebaut wurde. Prof. Joachim Möller, Direktor des Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung, möchte dazu «absolut keine Prognose» abgeben.
Und Russwurm entwindet sich ein Statement über die Bedeutung der Interdisziplinarität – und dass die verschiedensten Fächer im Dialog bleiben müssten, um die Probleme zu lösen.
Etwas handfester ist die Antwort der Bundesbildungsministerin Annette Schavan (CDU), selbst eine gelernte Geisteswissenschaftlerin: «Suchen Sie sich irgendetwas, wo sie richtig gut sind, spezialisieren Sie sich darauf, und dann werden Sie auch beruflich erfolgreich sein», lautet ihr Rat.
Karrieren sind nicht planbar
Er ist Motto und Fazit der Veranstaltung zugleich: «Karrieren sind nicht planbar», hat der Siemens-Vorstandsvorsitzende Peter Löscher schon zur Begrüßung gesagt. Seinen gegenwärtigen Posten bezeichnet er als Traumjob, von dem er als Student, ja selbst als früherer Siemens-Mitarbeiter nicht einmal zu träumen gewagt habe: «Man braucht Neugierde und viel Spaß an der Arbeit, dann entwickelt sich alles andere von selbst».
Neugierde ist das Stichwort - natürlich nicht auf Geisteswissenschaften, sondern auf Technik. «Ich hab’ schon als kleiner Junge alles aufgeschraubt», berichtet ein anderer Schüler vom Helene-Lange-Gymnasium.
Jetzt hat er Physik-Leistungskurs und möchte mal Ingenieur werden. Denn die werden laut Podium in Zukunft wirklich gebraucht - auch wenn Möller zunächst ein «beschäftigungsarmes Wachstum» vorsagt.
Je besser die Qualifikation, desto größer die Chancen auf dem Arbeitsmarkt, sagt der Professor, als tue er eine bahnbrechend neue Erkenntnis kund. Und dann kommt doch noch der Satz, der wie eine Verheißung klingt: «Selbst wenn wir 100 Prozent aller jungen Menschen hoch qualifizieren könnten, würde das nicht ausreichen, um alle Fachkräfte zu ersetzen, die in den kommenden Jahren in den Ruhestand gehen.»
Ingenieure können trotzdem nicht alle werden. Denn Ministerin Schavan wünscht sich, dass «die Besten jedes Jahrgangs Lehrer werden». Das klingt dann doch nach ein bisschen Hoffnung für den jungen Mann, der die Frage nach der künftigen Rolle der Geisteswissenschaften gestellt hat. hlo |
| 17.7.2009 |
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NÜRNBERGER NACHRICHTEN, HOCHSCHULE EXTRA |
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