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Uni Bamberg scheut „anstößiges“ Geld

Hochschule will Erlös aus Verkauf eines studentischen Nackt-Kalenders nicht haben
 Uni Bamberg scheut „anstößiges“ Geld
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„Geld stinkt nicht“ heißt es doch immer — und in Zeiten leerer Kassen wohl erst recht. Und: Einem geschenkten Gaul . . .“. Die Uni Bamberg hat genau rein geschaut (und hin gerochen). Und sie hat „Nein“ gesagt — trotz leerer Kassen.

Was ist passiert? Was zum Beispiel Deggendorfer Designer- oder Bremer Sport-Studenten machen, nämlich einen Kalender mit Nacktfotos herausgeben, „das können wir auch“, dachten sich die Leute von „Feki“, dem Verein zur „Förderung der elektronischen Kommunikation und des Informationsaustausches“ zwischen Studierenden der Uni Bamberg.

Das Werk umfasst die nächsten 15 Monate. Die beidseitig bedruckten Blätter zeigen Schwarzweiß-Aufnahmen von nackigen Jungs und Mädels, die an der Uni Bamberg studieren. An einzelnen Gegenständen, die mit auf dem Bild sind, soll man erkennen können, von welcher Fakultät die Studis kommen. (Die beiden auf den hier gezeigten Fotos halten Computer-Mäuse und studieren Wirtschaftsinformatik).

Ab dem kommenden Montag wird der Kalender verkauft, und zwar für 15 Euro im Medienhaus Hübscher, Grüner Markt 16, in Bamberg sowie über das Internet (www.feki.de).

Die Bilder sollen nicht nur die Käufer erfreuen, sondern zugleich Protest gegen die schlechten Studienbedingungen ausdrücken. „Seit ich angefangen habe zu studieren, hat sich die Situation an der Uni deutlich verschlechtert“, sagt die Feki-Sprecherin Birgit Limberger. Sie studiert Germanistik und ist im Grundstudium oft in überfüllten Hörsälen und Seminarräumen gesessen. „Mit den Bildern von nackten Studierenden“, sagt sie, „wollen wir auf die kritische Finanzlage der Uni aufmerksam machen“.

Geschenk abgelehnt

Doch damit nicht genug: Eigentlich wollten die Studierenden von Feki mit dem Erlös aus dem Verkauf ihres Kalenders etwas zur Verbesserung der Studienbedingungen tun — und das ganze Geld ihrer notleidenden Hochschule spenden.

Aber die hat dieses Geschenk schon vorher abgelehnt. Auch wenn es für einen guten Zweck sei — als Universität wolle man die Kommerzialisierung des nackten Körpers nicht befürworten, so die Uni-Pressesprecherin Monica Fröhlich.

Es gebe in den eigenen Reihen genügend Menschen, die an einem Akt-Kalender Anstoß nähmen. Und außerdem: Wenn man die Erlöse aus dem Verkauf des Kalenders annähme, dann wäre die Hochschule mit verantwortlich, wenn einer der Studierenden wegen eines Aktbildes einen Job oder ein Praktikum verlieren sollte, so die Argumentation der Uni Bamberg.

Birgit Limberger möchte das nicht weiter kommentieren. „Als studentische Organisation sind wir darauf angewiesen, weiterhin mit der Hochschulleitung zusammen zu arbeiten“.

Das Geld, das die Uni nicht will, möchte „Feki“ jetzt in eigener Regie einsetzen: Für Seminare, in denen die Studierenden Fähigkeiten erlernen können, die ihre Berufschancen verbessern — und die von der Uni nicht angeboten werden. hlo
24.9.2004
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