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«Besser ohne Gebühr |
| Grünen-Politikerin verteilt kostenlose Studienplätze |
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Nein, danke, sagte eine Studentin und schlenderte desinteressiert vorbei, als ihr die bayerische Landtagsabgeordnete der Grünen, Christine Stahl, einen «gebührenfreien Studienplatz anbot.
Die meisten anderen Kommiliton(inn)en konnten die Symbolik der gestrigen Aktion vor der Georg-Simon-Ohm-Fachhochschule Nürnberg richtig einschätzen: Sie bedankten sich artig für die kleinen Sitzkissen, die sie von der Politikerin bekamen.
«Nein, danke; bitte nicht, sagen nämlich Die Grünen und die SPD als Opposition im CSU-dominierten Bayerischen Landtag zum geplanten künftigen Hochschulgesetz und vor allem zu der wilden Entschlossenheit der Staatsregierung, ab 2007 Studiengebühren von 500 Euro pro Semester einzuführen.
«Nach dem Büchergeld sind Studiengebühren eine weitere soziale Hürde, die den Zugang zu Bildung noch stärker vom Geldbeutel der Eltern abhängig macht, so Christine Stahl.
Nicht nur sie hat die große Sorge, das die Aussicht auf weitere Tausende Euro verzinsliche Schulden nach dem Studium viele junge Menschen aus sozial benachteiligten Schichten noch stärker vom Studium abschrecken und sie indirekt ausschließen könnten.
Im Übrigen zweifeln die bayerischen Studierendenvertretungen stark daran, dass die Gebühren auch wirklich in voller Höhe den Studierenden zugute kommen werden. Nur etwa 60 Prozent, so wird geschätzt, bleiben nach Abzug der Verwaltungskosten und der nötigen Rücklagen übrig.
Und um diese Summe, so die Befürchtung, könnten die regulären Mittel für die Hochschulen gekürzt werden, so dass am Ende nichts zusätzlich übrig bliebe (siehe auch Bericht rechts über Österreich).
Am heutigen Dienstag steht der ganze Themenkomplex mal wieder im Hochschulausschuss des Landtags zur Debatte, bis Ende März soll dieser sein Votum abgeben. Mitte Mai soll das Gesetz dann vom Landtag verabschiedet werden. Noch bleibt den Studiengebühr-Gegnern also Zeit, um die Öffentlichkeit (und vielleicht ein paar CSU-Abgeordnete) für das Problem zu sensibilisieren.
Am Freitag, 10. Februar, veranstalten die Grünen deshalb im Landtag ein Studierendenparlament zum Thema «Besser Studieren ohne Gebühren. Eingeladen sind alle Betroffenen, also Studierende, Lehrende, Schüler(innen) und Eltern. Nähere Infos dazu gibt es unter www.studierendenparlament-bayern.de im Internet oder unter Telefon 0 89/41 26 26 48.
Und hier noch ein paar andere Argumente gegen Studiengebühren, die in der gegenwärtigen Debatte eine Rolle spielen:
Das Recht auf freie Persönlichkeitsentfaltung bedeutet eigentlich, dass jeder sich für das Studienfach entscheidet, das zu seinen Interessen und Begabungen passt. Doch wer sich schon vorher fragen muss, wie er später die Studiengebühr zurückzahlen soll, gerät in Gefahr, ein Fach nur zu studieren, weil es sich «rentiert.
Vor allem Studierende der Akademie der Bildenden Künste in Nürnberg sind es, die sich gegen eine solche ökonomische Vereinnahmung wehren. «Noch können wir davon sprechen, dass sich Deutschland im künstlerischen und kulturellen Bereich international aufgrund seiner Bandbreite, Freigeistigkeit und Qualität an der Spitze behaupten kann, schreiben sie in einer Stellungnahme.
Begabung statt Scheckbuch
Doch «in vielen Ländern kann man sehen, was passiert, wenn ein Kunststudium finanzieller Elite und nicht Talent vorbehalten ist. Nicht das Scheckbuch sollte entscheidend sein für die Aufnahme an einer Akademie, sondern Begabung und Passion.
Und noch etwas stört (nicht nur) die Akademie-Studierenden gewaltig: das viel zitierte Argument, bei Zahlung einer Gebühr sei der Student «Kunde mit Anspruch auf eine gute Ausbildung. Dazu meinen sie: «Wir wollen nicht zu Kunden unserer Hochschule degradiert werden, sondern passionierte Mitglieder bleiben. Selbstbewusste Beteiligung am Leben einer Hochschule kann man nicht kaufen. |
| 24.1.2006 |
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NÜRNBERGER NACHRICHTEN, HOCHSCHULE EXTRA |
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